• DraftKings kämpft mit einer neuen Klage wegen Verstößen gegen Wettlimits.
• Der Kläger wirft mangelnde Umsetzung von Schutzfunktionen vor.
• Fall könnte weitreichende Konsequenzen für den Online-Wettmarkt haben.
Der US-Sportwettenanbieter steht erneut im Zentrum einer juristischen Auseinandersetzung. In einer aktuellen Klage wirft ein Nutzer DraftKings vor, gesetzlich vorgeschriebene Schutzmechanismen zur Begrenzung von Wettverhalten zu umgehen. Der Fall wurde am 30. Dezember 2025 im US-District Court für den Eastern District of Michigan eingereicht und betrifft neben Michigan sechs weitere Bundesstaaten.
Der Kläger, Michael Koester, argumentiert, dass DraftKings es Kunden ermöglicht habe, selbst auferlegte Einsatzlimits sofort zu erhöhen und damit gesetzlich vorgegebene „Cooling-Off-Periods“ zu umgehen. Diese Wartezeiten von mindestens 24 Stunden dienen dazu, impulsives Wettverhalten einzudämmen und gelten laut Klageschrift als Teil der Verbraucherschutz-Regelwerke mehrerer betroffener Staaten.
Koester legte dar, dass er sein Startlimit wiederholt hochsetzen konnte, ohne dass die Plattform die Wartezeit durchsetzte, und so über 25 000 US-Dollar platzierte. Nach Ansicht seiner Anwälte nahm DraftKings in diesem Zeitraum Einzahlungen und Wetten an, obwohl die Gesetze dies untersagen würden.
Eine weitere Klage gegen FanDuel und DraftKings beruft sich auf ein über 300 Jahre altes Glücksspielgesetz, das angeblich Spielern ermöglicht, große Verluste vom Anbieter zurückzufordern – FanDuel will diese Klage jedoch aus formalen Gründen abweisen lassen.
Streitpunkt: Umsetzung von Schutzregeln
Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Interpretation der betreffenden Regelwerke. Der Kläger argumentiert, dass die Vorschriften zur Begrenzung des Wettbetrags eindeutig verlangen, dass jede Erhöhung der Limits einer Verzögerung unterliegt, bevor neue Einsätze angenommen werden dürfen. Hält ein Anbieter diese Regeln nicht ein, könnte sein gesamtes Geschäftsmodell in Frage gestellt werden.
DraftKings hingegen sieht die Sache offenbar anders: Seitens des Unternehmens wird betont, dass die eigenen Systeme so entworfen sind, dass nach Ablauf einer bestehenden Limitperiode Nutzer sofort neue Limits setzen dürfen. Solche technischen Details sind entscheidend, da sie darüber bestimmen könnten, inwiefern Plattformen wie DraftKings künftig ihre Nutzeroberflächen gestalten müssen. Unsere Analyse des globalen Sportwettenmarkts zeigt, welche weiteren Herausforderungen darüber hinaus auf die erfolgsverwöhnte Branche zukommen.
Ein auf Glücksspielrecht spezialisierter Anwalt erklärte:
„Wenn man den Schutzmechanismus so umgeht, dass Limits faktisch keine Schutzwirkung mehr entfalten, dann hat das zu sein wie ein Auto mit Airbags, die nur bei Sonnenschein funktionieren.“
Neben dem Streit über die Limitfragen läuft DraftKings bereits weitere Verfahren, unter anderem zweite Klagen wegen irreführender Werbung und Anlagen in riskanten Bonusangeboten. Einige dieser früheren Verfahren konnten bereits erfolgreich fortgeführt werden, nachdem Richter entsprechende Ansprüche als zulässig anerkannt hatten.
Rechtsbeobachter gehen davon aus, dass diese Vielzahl an Verfahren den Druck auf gesetzliche Regulierungen und Plattform-Compliance weiter erhöhen wird. Die Entscheidung im Michigan-Fall könnte als Präzedenzfall für künftige Verantwortlichkeitsfragen im wachsenden US-Online-Wettmarkt dienen.

