• Texas könnte ein neues Casino-Resort im Stil von Las Vegas erhalten.
• Stamm plant den umfassenden Ausbau seines Glücksspielangebots.
• Hoffnungen ruhen auf einer späteren Legalisierung klassischer Casinos.
Texas gilt seit Jahren als einer der größten unerschlossenen Glücksspielmärkte der USA. Nun könnte sich dieser Status schrittweise verändern. Der Alabama-Coushatta Tribe of Texas plant, sein bestehendes Naskila Casino zu einem großen Casino- und Freizeitresort auszubauen. Ziel ist es, ein Reiseziel mit Hotels, Unterhaltung und weiteren touristischen Angeboten zu schaffen, das langfristig mit bekannten Casino-Destinationen konkurrieren kann.
Die Pläne werden durch eine Entscheidung der US-Bundesregierung erleichtert. Diese genehmigte den Antrag des Stammes, ein zweites Casino auf seinem Reservatsgebiet in Leggett zu errichten. Damit erhält die Alabama-Coushatta Tribe zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten, obwohl das Glücksspielrecht in Texas weiterhin zu den strengsten der Vereinigten Staaten zählt.
Ausbau mit Blick auf die Zukunft
Nach Angaben des Stammes soll das neue Casino-Resort weit mehr bieten als reine Glücksspielangebote. Vorgesehen sind Hotels, Restaurants, Veranstaltungsflächen sowie Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Der Ausbau soll zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und den Tourismus in der Region stärken. Gleichzeitig soll das Projekt die wirtschaftliche Eigenständigkeit des Stammes langfristig sichern.
Die wirtschaftlichen Aussichten gelten als vielversprechend. Die derzeit drei Stammes-Casinos in Texas erzielten laut Casino City Press im Jahr 2024 zusammen einen Glücksspielumsatz von mehr als 300 Millionen US-Dollar. Besonders das Lucky Eagle Casino der Kickapoo beschäftigt inzwischen mehr als 1.000 Mitarbeiter und zählt zu den größten Arbeitgebern im Maverick County.
Nach geltendem US-Recht darf die Alabama-Coushatta Tribe derzeit lediglich Class-II-Glücksspiel anbieten. Dazu gehören Bingo, Poker und andere Kartenspiele, bei denen Spieler gegeneinander antreten. Klassische Casino-Spiele wie Roulette, Blackjack oder Spielautomaten mit Zufallsgenerator sind dagegen nicht erlaubt. Der Casino-Konzern Las Vegas Sands setzt deshalb auf eine Änderung des texanischen Glücksspielrechts und investiert seit Jahren erhebliche Summen in Lobbyarbeit, um künftig vollwertige Class-III-Casinos in Texas zu ermöglichen.
Das Naskila Casino Resort soll ein Hotel mit 366 Zimmern, eine auf rund 63.600 Quadratmeter erweiterte Anlage sowie eine deutlich vergrößerte Spielfläche mit mehr als 3.400 elektronischen Bingo-Spielgeräten umfassen. Hinzu kommen getrennte Raucher- und Nichtraucherbereiche, ein VIP-Bereich, mehrere Restaurants, Bars und Lounges, ein Resort-Pool sowie ein rund 3.250 Quadratmeter großes Konferenz- und Veranstaltungszentrum.
Nando Perez, Tribal Chair der Alabama-Coushatta Tribe of Texas, erklärt: „Wir wollen ein Reiseziel schaffen, auf das unsere Gemeinschaft stolz sein kann und das wirtschaftliche Chancen für kommende Generationen eröffnet.“
Konkurrenz um den künftigen Glücksspielmarkt
Die Pläne des Stammes fallen in eine Zeit, in der sich mehrere Interessengruppen auf eine mögliche Legalisierung von Vollcasinos vorbereiten. Besonders aktiv ist Las Vegas Sands, das bereits Grundstücke im Großraum Dallas besitzt und Texas als wichtigste Expansionschance innerhalb der USA betrachtet. Die Mehrheitsaktionärin Miriam Adelson investierte nach Angaben der Dallas Morning News rund 29 Millionen US-Dollar in politische Aktivitäten zur Unterstützung von Casino-Resorts in Texas. Zudem setzte das Unternehmen zeitweise rund 100 Lobbyisten ein, um entsprechende Gesetzesänderungen voranzutreiben.
Branchenexperten bezeichnen Texas als den größten noch unerschlossenen Glücksspielmarkt der USA. Sollte der Bundesstaat künftig vollwertige Casino-Resorts zulassen, könnten nach Einschätzung vieler Betreiber Milliardeninvestitionen folgen. Zum Vergleich: Die 87 Stammes-Casinos in Kalifornien erwirtschafteten 2024 rund 12 Milliarden US-Dollar, während die Stammesbetriebe in Oklahoma 2023 mehr als 6 Milliarden US-Dollar umsetzten. Ein erheblicher Teil dieser Einnahmen stammt bereits heute von Besuchern aus Texas. Auch mobiles Glücksspiel ist in dem Bundesstaat tabu.
Neben Las Vegas Sands beobachten auch die Choctaw Nation und die Chickasaw Nation die Entwicklung genau. Beide Stämme betreiben bereits große Casino-Netzwerke im benachbarten Oklahoma und bereiten sich auf eine mögliche Marktöffnung in Texas vor. Die Choctaw Nation betreibt aktuell 23 Casinos, während die Chickasaw Nation auf 24 Casinos kommt. Allein die Chickasaw zahlten fast 51 Millionen US-Dollar an Exklusivitätsabgaben an den Bundesstaat Oklahoma, die Choctaw sogar mehr als 81 Millionen US-Dollar.
Matthew L. Morgan, Sondergesandter der Chickasaw Nation of Oklahoma und Vorsitzender der Oklahoma Indian Gaming Association, erklärt:
„Ich würde die Innovationskraft und Effizienz unserer Branche mit der jeder anderen messen.“
Ob das geplante Resort der Alabama-Coushatta Tribe tatsächlich einmal ein vollwertiges Casino nach Las-Vegas-Vorbild beherbergen wird, hängt letztlich von der Politik in Austin ab. Bislang lehnt Texas klassische Casinos weiterhin ab. Dennoch zeigt das Projekt, dass sich sowohl Stämme als auch internationale Glücksspielkonzerne bereits heute auf eine mögliche Marktöffnung vorbereiten und ihre Position für den Tag einer gesetzlichen Änderung stärken.

