• Großbritannien will nur noch Glücksspiel-Sponsoring von regulierten Anbietern.
• Unlizenzierte Betreiber könnten künftig keine Deals mit Clubs mehr schließen.
• Neue Taskforce will illegale Werbung und Social-Media-Präsenz eindämmen.
Die britische Regierung plant strengere Regeln für das Sponsoring von Glücksspielunternehmen. Ziel ist es, unlizenzierte Anbieter aus dem Sportmarketing zu verdrängen und Fans besser zu schützen. Nach offiziellen Angaben soll eine neue Kommission prüfen, ob Glücksspielanbieter ohne britische Lizenz künftig keine Sponsorenverträge mehr mit Sportclubs abschließen dürfen.
Hintergrund der Initiative ist die Sorge vor einem wachsenden illegalen Markt. Behörden warnen, dass nicht regulierte Anbieter häufig keine ausreichenden Spielerschutzmaßnahmen umsetzen und zudem Risiken wie Betrug oder Datenmissbrauch erhöhen. Durch die Präsenz auf Trikots oder Werbeflächen könnten Fans auf Plattformen aufmerksam werden, die außerhalb der nationalen Regulierung agieren.
Kulturministerin Lisa Nandy betonte die Bedeutung klarer Regeln:
„Fans haben ein Recht darauf zu wissen, dass die von ihnen genutzten Websites ordnungsgemäß reguliert sind.“
Das Thema ist besonders im Profifußball brisant. Zwar hat die boomende Premier League bereits angekündigt, Sponsorenlogos von Wettfirmen auf der Vorderseite der Trikots bis zum Ende der Saison 2025/26 freiwillig zu entfernen. Dennoch bleiben andere Werbeformen möglich, etwa auf Ärmeln oder in Stadien. Dies ist ein Schlupfloch, das die Regierung nun schließen möchte.
Neue Taskforce soll illegales Glücksspiel eindämmen
Parallel zu den Sponsoring-Plänen arbeitet eine neu geschaffene branchenübergreifende Taskforce an weiteren Maßnahmen. In dem Bündnis sind unter anderem Technologieplattformen, Zahlungsanbieter und Strafverfolgungsbehörden vertreten. Ziel ist es, illegale Werbung in sozialen Netzwerken zu stoppen, Finanztransaktionen zu blockieren und die Zusammenarbeit zwischen Behörden zu verbessern.
Die geplanten Maßnahmen sind Teil einer größeren Reformagenda im britischen Glücksspielsektor. Dazu gehören unter anderem höhere Glücksspielsteuern sowie Limits für Online-Slots, die laut Regierung langfristig dazu beitragen sollen, problematisches Spielverhalten zu reduzieren.
Die Regierung sieht darin einen wichtigen Schritt, um den Wettbewerb zwischen regulierten und nicht regulierten Unternehmen fairer zu gestalten. Lizenzierte Anbieter müssen strenge Auflagen erfüllen, etwa zu Werbung oder finanziellen Risikoprüfungen. Unlizenzierte Firmen hingegen umgehen diese Regeln häufig und können dadurch aggressiver auftreten.
Beobachter erwarten, dass die Konsultation kontroverse Debatten auslösen wird. Sportvereine könnten finanzielle Einbußen befürchten, während Verbraucherschützer strengere Regeln begrüßen. Klar ist bereits jetzt: Das Verhältnis zwischen Sport und Glücksspiel steht im Vereinigten Königreich vor einer neuen Phase mit einem stärkeren Fokus auf Regulierung und Spielerschutz.

